Wer braucht einen Datenschutzbeauftragten?

Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten elektronisch verarbeitet, insbesondere wenn mehr als 9 Personen mit automatischer Verarbeitung beschäftigt sind. Bei manueller Verarbeitung erst ab 20 Personen.

Ab dieser Anzahl ist es gesetzlich Vorschrift. Achtung- aber auch unabhängig von der Personenanzahl wenn bestimmte Arten der Verarbeitung oder Erhebung genutzt werden bzw. eine Vorabkontrolle notwendig bzw. eine Anfrage erfolgt und das Know-how nicht im Haus vorhanden ist.

 

Sind Wirtschaftsprüfer und Steuerberatungskanzleien betroffen?

Hier ein eindeutiges ja.

In den Fachkreisen wird diskutiert ob laut §11 BDSG- Auftragsdatenverarbeitung für die Mandantenbeziehung zutrifft oder nicht. Das ist allerdings für die Entscheidung für oder gegen einen Datenschutzbeauftragten unerheblich, da dies allein durch den § 4 f Abs. 1 Satz 4 BDSG geregelt ist, insbesondere dann, wenn „besondere Arten“ (§3) personenbezogene Daten verarbeitet werden. 

Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist allein die Anzahl der Personen entscheidend, die sich im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten befassen. 

Darauf weist auch die Bundessteuerberaterkammer am 25. April 2012 durch einen Beschluss hin.

Zitat:

„ Die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten ist erforderlich, wenn in der Steuerberaterpraxis in der Regel mehr als neun Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener. Daten befasst sind (§ 4 f Abs. 1 Satz 4 BDSG). Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist allein die Anzahl der Personen entscheidend, die sich im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten befassen. Auszubildende oder freie Mitarbeiter sind mitzuzählen.“

Link zum Zitat

Das in aller Regel der Aufwand für den Datenschutzbeauftragten nach Erstellung der notwendigen Dokumente in einer Steuer- oder Wirtschaftsprüferkanzlei überschaubar ist, bleibt unbestritten.

Die Notwendigkeit ist damit aber nicht in Frage gestellt.

 

Welche Leistungen kann ich vom externen Datenschutzbeauftragten erwarten?

Er analysiert Ihr Unternehmen bezüglich Datenschutz und den geltenden Bestimmungen. Auf dieser Basis wird das angemessene Datenschutzkonzept erarbeitet. Das berücksichtigt Größe, Branche und andere Einflussfaktoren- also genau auf Sie abgestimmt und im angemessenen Rahmen. Er führt die Datenschutzakte.

Die Anmeldung, die Kommunikation mit den Behörden und Anfragen von Dritten gehören auch zu den Aufgaben des Datenschutzbeauftragten. Die Schulung und Sensibilisierung Ihrer Mitarbeiter für den Datenschutz ebenso. Schadensfälle und Verstöße kommen zum großen Teil aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit!